Künstliche Intelligenz entwickelt sich ständig weiter und wirkt sich auf die Arbeitsweisen in der PR- und Kommunikationsbranche aus. KI-Tools sind dabei nicht nur operative Hilfsmittel, sie nehmen zunehmend eine aktive Rolle ein, wenn es um die Erstellung von strategischen Prozessen und Content geht. Die Frage, die uns dabei immer wieder aufkommt, ist: Inwieweit trägt KI jetzt schon publizistische Verantwortung?
Auch der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat diesbezüglich seine Richtlinie zum Umgang mit KI in der PR im Oktober umfassend überarbeitet und erweitert. Im Mittelpunkt stehen dabei Transparenz, klare Kennzeichnungspflichten, die Sicherstellung menschlicher Kontrolle sowie eine eindeutige Verantwortungszuordnung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Kommunikation. Die neuen Vorgaben sollen nicht nur Orientierung bieten, sondern auch das Vertrauen in professionelle Kommunikation stärken – sowohl intern als auch extern.
Für PR- und Marketing-Verantwortliche bedeutet das: Der ethische und reflektierte Einsatz von KI wird zur grundlegenden Voraussetzung für glaubwürdige Kommunikation.
Die Neufassung der Richtlinie des DRPR umfasst folgende Punkte:
- Transparenz & Kennzeichnung: KI-generierter Content muss gekennzeichnet werden, besonders wenn er ungeprüft veröffentlicht wird oder realitätsnah wirkt.
- Verantwortung & menschliche Aufsicht: Es braucht eine menschliche Kontrolle, insbesondere bei Wahrheitstreue, Vermeidung von Bias und bei der Wahl von Tools.
- Gemeinsame Verantwortung: Sowohl Auftraggebende als auch Agenturen und Dienstleistende tragen die Verantwortung für den ethischen Einsatz von KI.
- AI Literacy: Fortbildungen und Schulungen zur KI-Kompetenz sind zentral, damit Kommunikator*innen KI reflektiert einsetzen.
Mehr dazu findet sich auf der Website des DRPR
Unsere Empfehlung für Ihr Marketing
Wir raten Ihnen und Ihrer Organisation dazu, gemeinsam mit den zuständigen Teams klare Leitlinien für den Einsatz von KI zu entwickeln. Dabei sollten Sie festlegen, wie Verantwortung übernommen und wie ein bewusster, kontrollierter Umgang mit KI-Werkzeugen gewährleistet wird.
Es kann sinnvoll sein, diese internen KI-Grundsätze auch extern zu veröffentlichen. So entsteht mehr Transparenz sowohl gegenüber Mitarbeitenden als auch gegenüber Kund*innen und weiteren Stakeholder*innen.
Da sich Technologien, Einsatzbereiche und regulatorische Rahmenbedingungen rasant verändern, sollten Sie diese Leitlinien regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln. Viele Unternehmen sprechen deshalb von einem „lebenden Dokument“, das sich kontinuierlich an neue technische, ethische und organisatorische Anforderungen anpasst.
Hier einige Beispiele für KI-Richtlinien, die wir bereits gefunden haben:
Aktuelle Lesetipps zum Thema
- „Wie Führungskräfte KI im Marketing strategisch steuern“ von activeMind AG
- „EU AI Act: Was bedeutet die KI-Verordnung fürs Marketing?“ von MBmedien Group GmbH
- KI-Verordnung, NIS-2-Richtlinie und Cyber Resilience Act: Auswirkungen auf KMU (Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie) von Mittelstand-Digital
