KI-Texte: Gute Ergebnisse entstehen nicht auf Knopfdruck

Gute Prompts fürs Texten

Bildquelle: erstellt mit KI via Canva (Pro Content license)


5. August 2026 | Von Isabelle Bickham

Ob Social-Media-Beitrag oder Produktbeschreibung, KI unterstützt Unternehmen heute bei zahlreichen Schreibaufgaben. Das spart Zeit und erleichtert die digitale Kommunikation. Doch eines zeigt eine aktuelle Studie von SISTRIX und WORTLIGA deutlich: Gute Texte entstehen nicht automatisch.

Für die Untersuchung wurden mehr als 2.100 B2B-Texte verschiedener KI-Modelle hinsichtlich ihrer Verständlichkeit analysiert. Das Ergebnis: Ohne klare Vorgaben schreiben die Modelle häufig zu kompliziert, zu allgemein oder zu werblich. Verständliche und überzeugende Texte entstehen erst dann, wenn die Künstliche Intelligez präzise angeleitet wird.

Was bedeutet das für kleine und mittlere Unternehmen?

Viele Unternehmen erwarten von KI, dass sie fertige Texte auf Knopfdruck liefert. In der Praxis funktioniert Künstliche Intelligenz jedoch am besten als digitale Assistenz. Folgende Tipps haben sich für uns in der alltäglichen Arbeit bewährt:

1. Je konkreter die Aufgabe, desto besser das Ergebnis

Vermeiden Sie kurze Eingaben wie etwa: „Schreibe einen Newsletter.“ Beschreiben Sie Ihr Anliegen stattdessen möglichst genau:

  • Wer soll den Text lesen?
  • Welches Ziel verfolgt ihr?
  • Wie soll der Schreibstil sein?
  • Welche Informationen dürfen nicht fehlen?

Schon wenige zusätzliche Angaben verbessern die Qualität der KI-Texte deutlich. Durch ein positives Beispiel könnt Sie dem Tool zusätzlich Orientierung geben.

2. Überarbeiten Sie die Texte gemeinsam

Der erste Entwurf ist selten der beste. Nutzen Sie KI gezielt, um gemeinsam Texte weiterzuentwickeln:

  • „Schreibe verständlicher.“
  • „Verkürze den Text um 30 Prozent.“
  • „Formuliere aktiver.“
  • „Erkläre den Fachbegriff einfacher.“

Mehrere Überarbeitungsrunden führen meist zu besseren Ergebnissen als ein einziger Prompt. Zusätzlich lohnt es sich, der KI Fragen zu stellen, um fehlende Informationen nachzuliefern.

3. Prüfen Sie nochmals im letzten Schritt jeden Text

KI kann Fehler machen oder Informationen missverständlich darstellen. Deshalb gilt:

  • Fakten kontrollieren
  • Unternehmenssprache anpassen
  • Fachwissen hinzufügen
  • Persönliche Erfahrungen ergänzen
  • Texte mit Blick auf die Zielgruppe anpassen

Gerade diese individuellen Ergänzungen machen Ihre Inhalte glaubwürdig und unverwechselbar.

4. Datenschutz beachten

Geben Sie keine Kundendaten, personenbezogenen Informationen, internen Unternehmenszahlen oder Betriebsgeheimnisse in frei zugängliche KI-Anwendungen ein. Auch vertrauliche Verträge, Angebote oder Personalinformationen gehören nicht in öffentliche KI-Tools. Arbeitet stattdessen mit Platzhaltern oder anonymisierten Beispielen.

Prüfen Sie außerdem, welche KI-Lösungen Ihr im Unternehmen einsetzt. Viele Anbieter bieten spezielle Business-Versionen an, bei denen Daten besser geschützt werden oder nicht zum Training der Modelle verwendet werden. So könnt Sie die Vorteile von KI nutzen und gleichzeitig sensible Unternehmensinformationen schützen.

Unser Praxistipp

Probieren Sie beim nächsten KI-Einsatz ein Prompt nach folgendem Ansatz aus:

„Du bist Marketingassistenz eines mittelständischen Unternehmens. Erstelle einen leicht verständlichen Text für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer. Nutze kurze Sätze, aktive Sprache und verzichte auf Floskeln. Gib mir anschließend drei Verbesserungsvorschläge für den Text.“

Folgende Informationen bereichern Ihr KI-Ergebnis:

  • Rolle: Wen soll die KI darstellen? (z. B. Redakteur, Texter, Marketer)
  • Informationen zum Unternehmen: Produkte, Services, USP
  • Markensprache & Werte: Wie klingt eure Marke? Wofür steht ihr?
  • Zielgruppe: Wer liest den Text? Welche Bedürfnisse & Probleme gibt es?
  • konkrete Details und Anweisungen mit Kontext
  • Beispiele: Zeigt der KI Beispieltexte, die ihr gut findet!
  • Hinweise an das Format (Social-Media-Beitrag, Blog-Artikel, Flyer,…) und konkrete Erwartungen an das Layout (Stichwörter, Abschnitte, etc.)

Fazit

KI ist ein wertvolles Werkzeug, besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Kommunikation effizienter gestalten möchten. Der erfolgreiche Einstieg in KI beginnt nicht mit einer komplizierten Software, sondern mit kleinen, konkreten Anwendungsfällen. Dabei muss KI gezielt eingesetzt, Zeit in gute Anweisungen und die kritische Prüfung der Ergebnisse gesteckt werden. So sparen Unternehmen langfristig Freiraum für die eigentliche Kommunikation: persönliche Beratung, kreative Ideen und den Austausch mit Kundinnen und Kunden.

Kontaktmöglichkeit

Isabelle Bickham

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