Unerwünschte Nebenwirkungen der Digitalisierung beobachten – Schritt 2 einer CDR-Strategie

Digitalisierung Hand zeigen

Bildquelle: Gerd Altmann von Pixabay


14. Juli 2022 | Von Marie Graw

Dies ist der zweite Schritt unseres Leitfadens zur Implementierung von unternehmerischer digitaler Verantwortung (engl. Corporate Digital Responsibility – CDR) im Unternehmen. Im ersten Schritt „Knowhow über Digitalisierungstechnologien erlangen“ wurde vorgestellt, warum CDR ein für Unternehmen nicht zu vernachlässigendes Thema ist. Dieser Artikel fokussiert sich darauf, unerwünschte Nebenwirkungen der Digitalisierung bzw. gesellschaftliche Anforderungen, die an sich digitalisierende und digitale Unternehmen herangetragen werden, zu erklären.

Wir verwenden den Begriff „unternehmerische digitale Verantwortung“ sowie dessen englische Übersetzung „Corporate Digital Responsibility“ mit der Abkürzung „CDR“ gleichbedeutend.

Digitalisierung bringt für die Gesellschaft und für Unternehmen Vorteile und Nutzen. Für Unternehmen – auch für kleine und mittlere Unternehmen, die sich digitalisieren wollen – bedeutet dies jedoch auch, sich bewusst zu machen, was Digitalisierung für negative Effekte (unerwünschte Nebenwirkungen) haben kann. Für jedes Unternehmen, unabhängig von der Größe, ist es wichtig, sich die Nebenwirkungen der Digitalisierung bewusst zu machen. Diese Nebenwirkungen können die Basis zur Erarbeitung unternehmerischer Digitalverantwortung im Unternehmen sein. So lassen sich Handlungsfelder und unternehmerische Potenziale erarbeiten, die in die CDR-Strategie einfließen. Aus diesem Grund fokussiert sich dieser Artikel darauf, Ihnen diese Nebenwirkungen gut verständlich näher zu bringen.

unerwünschte Nebenwirkungen der Digitalisierung, kreisförmige Anordnung mit Icons
Dörr, S. (2020). Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Design mit Canva.com

Digitales Abseits

Erfolgreiche Digitalisierung kann nur zusammen mit der Zivilbevölkerung erfolgen. Digitales Abseits beschreibt Unterschiede einer digitalen Gesellschaft bezüglich Nutzung, Datenauswertung, Bewertung und Erstellung von digitalen Medien sowie Softwareentwicklung. Personen mit geringerem Wissen über diese Themen könnten in das digitale Abseits gedrängt werden und ihre Selbstbestimmung im Internet verlieren. Dem geht es entgegenzusteuern, bspw. durch Aufklärung und das Anregen eines Innovationsklimas mit dem Ziel der transformativen Entwicklung von neuen Märkten.

Ungleicher Zugang zu Digitaltechnologien

Digitalisierungstechnologien bieten eine besondere Chance, da sie den Alltag zunehmend vereinfachen. Auch können sie einen Beitrag zur Inklusion leisten. Andererseits können Personengruppen auch ausgeschlossen werden, wenn sie beispielsweise keinen Zugriff zum Internet, oder keine ausreichende technische Ausstattung besitzen. Um dem entgegenzuwirken, muss zum einen die Netzabdeckung ausgebaut werden und zum anderen müssen digitale Kompetenzen durch alle Bevölkerungsgruppen hinweg verbessert werden.

Ohne Gemeinwohl

Unternehmen wie Google und Meta nutzen staatliche Infrastruktur, Informationen der Nutzer*innen, Daten und Netzwerkeffekte, um Wert zu schöpfen. Gleichzeitig zahlen diese Unternehmen jedoch kaum Steuern in Deutschland. Das Problem dabei ist, dass das aktuelle deutsche Steuersystem nicht auf solche Geschäftsmodelle ausgelegt ist und diese Unternehmen ihre Steuerpflicht so leicht umgehen können. Fraglich im Rahmen von Corporate Responsibility ist, ob Unternehmen alle Steuervorteile für sich nutzen, oder etwas zum Gemeinwohl durch „Steueropfer“ beitragen sollen.

Zentralisieren statt Teilen

Das Internet und die Digitalisierung hat Themen wie „Sharing Economy“ – also das Teilen von Produkten – und den Trend “Reparieren statt neu kaufen“ vorangetrieben. Dies war möglich durch die Stärkung des Prosumenten. Problematisch ist, dass das Internet nicht mehr hauptsächlich die Prosumenten stärkt, sondern als Marktplatz mit großer Marktungleichheit wahrgenommen und von einigen wenigen Akteuren dominiert wird.

Exkurs Prosument*in:
Ein*e Prosument*in ist eine Person, die sowohl konsumiert und produziert. Das Ganze funktioniert auch andersherum. Ein gutes Beispiel ist Wikipedia. Personen können Wikipedia zur Informationsbeschaffung nutzen (Konsument*in) und auch eigene Einträge verfassen oder Einträge aktualisieren (Produzent*in).

Nichts kann schief gehen … schief gehen… schief gehen

Es wird immer häufiger festgestellt, dass künstliche Intelligenz (KI) und autonome Systeme Probleme lösen, jedoch auch neue Probleme kreieren. Ergebnisse von KI und autonomen Systemen sollen kontrollierbar, nachvollziehbar und korrekturfähig sein sowie der Gemeinschaft Nutzen bringen. Aus diesem Grund entwickelt die Politik, aber auch zahlreiche Unternehmen, Leit- und Richtlinien bezüglich der Nutzung von KI. Für kleine und mittlere Unternehmen besonders interessant: der KI Bundesverband e.V. vergibt KI Siegel für Unternehmen mit einem menschendienlichem und menschen-zentriertem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Service- und Produktentwicklung. Es geht zu überlegen, ob die Nutzung von KI wirklich mehr Vorteile als Nachteile für Unternehmen und Gesellschaft bringt.

Digitale Ungerechtigkeit

Gerechtigkeit zwischen allen Menschen ist auch in der digitalen Welt wichtig. Dies bedeutet auch, allen Menschen einen Zugang zum Internet – zu Wissen, Daten und Softwares – zu ermöglichen.
Digitaler Nutzen soll für alle Menschen maximiert werden und Wissen soll öffentlich zugänglich sein. Hier stellt sich für Unternehmen die Frage, welche digitalen Unternehmensressourcen für die Gesellschaft geöffnet werden sollten, damit alle profitieren und welche nicht – Stichwort: Unternehmensgeheimnis.

Im Takt der Maschinen

Gesellschaftlich wird erwartet, dass der Mensch im Zentrum der digitalen Transformation von Arbeitsplätzen steht. Weiter soll Arbeit fair bezahlt, sinnstiftend und menschengerecht gestaltet sein. Durch die Arbeit entstandene soziale Verbindungen sollen auch zukünftig erhalten werden. Mit anderen Worten: Arbeit hat einen hohen Stellenwert für den Menschen. Durch digitale Technologien, die immer mehr Arbeitsaufgaben übernehmen oder unterstützen, wird die Wichtigkeit des Menschen bei gewissen Arbeiten immer mehr in Frage gestellt. Die Angst davor ersetzbar zu sein steigt unter den Arbeitnehmenden. Durch den vermehrten Einsatz von Digitaltechnologien in der Arbeitswelt, müssen Mitarbeiter*innen neue Kompetenzen und Fähigkeiten erlernen. Mitarbeitende müssen bspw. lernen, wie Digitaltechnologien bedient, gewartet, repariert oder kontrolliert werden. Unternehmen sollten bei ihren Digitalisierungsvorhaben auch immer die Mitarbeitenden berücksichtigen und überlegen, welche Arbeitnehmenden umgeschult werden und wie Entlassungen, bedingt durch Digitalisierung und den Einsatz neuer Technologien, minimalisiert werden können.

Manipulation und Überwachung

Durch den Einsatz von Digitaltechnologien wird in die Privatsphäre und Vertraulichkeit von Personen eingegriffen. Die Manipulation, Diskriminierung, Überwachung und nutzlose Datenspeicherung sollten unterbunden werden. Jedoch gibt es auch immer mehr Geschäftsmodelle die mittels unterschiedlicher Taktiken „digitale Zwillinge“ erstellen. Unternehmen verwenden die gesammelten Informationen dazu, Nutzer*innen zu bestimmten Tätigkeiten zu bewegen (bspw. zum Kauf bestimmter Produkte). Die Grenze zwischen „Nudging“ und Verhaltensmanipulation ist fließend.

Exkurs Nudging:
Nudging soll Menschen dazu bringen bestimmte Tätigkeiten oder Verhaltensweisen anzunehmen – ohne Verbote oder Regulierungen auszusprechen. Das gewünschte Verhalten soll auf indirekte Weise angeregt werden. Beispiele für Nudging sind das Drucken von Schockbildern auf Zigarettenpackungen. Rauchen ist nicht verboten, jedoch sollen Menschen durch die Schockbilder vom Rauchen abgehalten und zu einem Umdenken bewegt werden.

Bereits heutzutage können individuelle Handlungsmuster vorausgesagt und bewertet werden. Die nötigen Informationen liefern wir durch die Nutzung von Sprachassistenten, Fitnessuhren, Sozialen Medien und weiteren „nützlichen“ Alltagshelfern. Dies hat zur Folge, dass Menschen durchleuchtet und das Kaufverhalten vorhergesagt werden können. Unternehmen wissen was der*die Kund*in will und machen sich dieses Wissen zunutze. Doch wie weit dürfen Unternehmen gehen? Digitalethische Themen wie dieses müssen zeitnah in politisches Handeln und Aufklärung übersetzt werden, um das Individuum in einer datengetriebenen Welt schützen zu können. Jedoch sollten sich auch Unternehmen mit der Problematik befassen und nicht lediglich auf Regulierungen und Gesetze seitens der Politik warten.

Missbräuchliche Nutzung von Kund*innendaten

Der digitale Verbraucherschutz ist eine staatliche Aufgabe mit dem Ziel, Verbraucher*innen bei der Nutzung digitaler Angebote zu schützen. Jedoch ist eine Unterstützung der Wirtschaft bei diesem Vorhaben notwendig.

Datenschutz und Datensicherheit bilden die Grundlage für digitale Geschäftsmodelle mit Daten als Teil der Wertschöpfung. Sie bilden die Grundlage für das Vertrauen, welches für Geschäftsbeziehungen nötig ist. Für dieses Vertrauen ist darüber hinaus Transparenz und Fairness beim Umgang mit Daten (insb. Personenbezogenen Daten) nötig. Aktuell hält fehlendes Vertrauen Verbraucher und Verbraucherinnen von der Nutzung digitaler Angebote ab.

Dörr, S. (2020). Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. S.77

Durch die stetig steigende Anzahl vernetzter Geräte ist eine sichere IT-Infrastruktur von immer höherer Bedeutung. Nutzer*innen lesen die in Deutschland verpflichtende Datenschutzerklärung selten und drücken häufig lieber auf „akzeptieren“, um weiterzukommen. Eine Zustimmungsverweigerung seitens der Nutzer*innen bedeutet häufig eben auch, dass der Service nicht genutzt werden kann. Daraus resultiert eine verminderte Entscheidungsfreiheit der Nutzer*innen und der damit einhergehende Vertrauensverlust gegenüber Unternehmen.

Druck auf Gemeinschaft und Wohlbefinden

Online-Interaktionen durch Soziale Medien ermöglichen neue Formen der Partizipation. Jedoch erhöht sich auch der Druck auf das eigene Wohlbefinden und auf das der Gemeinschaft. Durch Falschinformationen, Hass und Hetze im Netz sowie Internetkriminalität können mentale Gesundheit und kognitive Kapazitäten angegriffen werden. Besonders problematisch ist, dass sich Unwahrheiten (Fake News) im Internet deutlich schneller verbreiten und der Wahrheitsgehalt dieser Nachrichten dann oft zweitrangig ist. Zuallererst kann mit diesen Falschinformationen Aufmerksamkeit generieren werden. Das Internet unterliegt nicht dem Mediengesetzt oder entsprechenden Regularien. Auch wird das Internet immer mehr zu einem Ort für Mobbing, Hass Rede, Identitätsklau oder Stalking. Das sich anfänglich als interessantes, hilfreiches und Kreativität förderndes Tool darstellende Internet fördert jedoch eben auch die bekannte „Always-On“-Mentalität und psychische Störungen sowie die Verkümmerung der Sozialfähigkeiten.

Mutloses „weiter so“

Die Digitalisierung bietet Chancen für Innovation und mehr Fairness, Nachhaltigkeit und Teilhabe. Besonders soziale Start-Ups fokussieren sich darauf, aktuelle gesellschaftliche Probleme zu lösen. Dabei steht die Problemlösung im Vordergrund, die Rendite im Hintergrund. Es ist wichtig, dass sich Unternehmen an dieser Denkweise ein Beispiel nehmen und auch dazu bereit sind, in Projekte zu investieren, bei denen gesellschaftliche Themen gefördert und eventuell auch riskante Investitionen getätigt werden. Nur durch mutiges unternehmerisches Handeln können Innovationen vorangetrieben werden und neue Technologien und Ideen entstehen.

Technikgläubigkeit oder wirkliche Chance für die Nachhaltigkeit?

Digitalisierungstechnologien sollen dabei helfen, die Nachhaltigkeitsziele der United Nations zu erreichen. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen geht davon aus, dass Digitaltechnologien dabei helfen können durch Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung, effiziente Ressourcennutzung, umweltschonende Landwirtschaft und Emissionsreduktionen dieses Vorhaben leichter zu erreichen. Zudem kann Wissen weltweit in Echtzeit kommuniziert werden und so ein weltweites Umweltbewusstsein geschaffen werden. Das klingt alles sehr vielversprechend jedoch wurde auch deutlich, dass Nachhaltigkeitsziele und -versprechen häufig nicht eingehalten werden. So werden die Klimaziele für 2030 wahrscheinlich von keinem der Länder erreicht. Weiter brauchen auch Digitaltechnologien Ressourcen (bspw. für Rechenzentren und deren Kühlung), insbesondere Energie, die die Umwelt belasten. Es muss politische und gesellschaftliche Vorgaben geben, damit die Technologie den Gedanken der Nachhaltigkeit unterstützt.

Konsum 4.0

Durch die Digitalisierung wird online Einkaufen einfacher und für Kund*innen immer attraktiver. Unternehmen gelangen so jedoch auch einfacher an Kund*innendaten, die zur Erstellung individueller Werbung ausgewertet und anschließend weiterverwendet werden. Basierend auf den Informationen, die Nutzer*innen im Internet zurücklassen, werden Käufer*innen- und Interessensprofile erstellt. Um Personen zum Kauf zu animieren, individualisieren Unternehmen ihre Angebote und präsentieren diese gezielt. Der Konsum steigt und die Unternehmen befeuern diesen Trend und somit auch ein nicht-nachhaltige Konsumgesellschaft. Für einen Wandel muss jedoch auch ein Umdenken in den Köpfen der Konsumierenden passieren. Deshalb gibt es Forderungen nach einer Einbettung des Umweltaspektes in die Werbung, um zu verdeutlichen welche Folgen ein so exzessiver Konsum hat.

Circular Economy – nur ein magischer Trick?

Kann die Digitalisierung der Schlüssel zu einer Kreislaufwirtschaft sein?
Ja! Unterschiedliche Digitalisierungstechnologien können bei der Umsetzung der Idee helfen. Produktlebenszyklen können durch vernetzte Produktionssysteme, das Internet der Dinge, Blockchain, Big Data und Auswertungen mittels KI transparenter und besser nachzuverfolgen sein. Auch zu einem verbesserten Ressourcenverbrauch, der effektive Ressourcennutzung und der Optimierung von Produktlebenszyklen können Digitaltechnologien beitragen.

Exkurs Kreislaufwirtschaft:
Die Kreislaufwirtschaft ist ein Modell der Produktion und des Verbrauchs, bei dem bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Auf diese Weise wird der Produktlebenszyklus verlängert.
In der Praxis bedeutet dies, dass Abfälle auf ein Minimum reduziert werden. Nachdem ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, verbleiben die Ressourcen und Materialien so lange wie möglich in der Wirtschaft. Sie werden also immer wieder produktiv weiterverwendet, um weiterhin Wertschöpfung zu generieren.
Die Kreislaufwirtschaft steht im Gegensatz zum traditionellen, linearen Wirtschaftsmodell („Wegwerfwirtschaft“).

Europäisches Parlament (2015). Kreislaufwirtschaft: Definition und Vorteile.

Das Ziel ist es, dass unterschiedliche Unternehmen wie ein eigenes Ökosystem zusammenarbeiten und in unterschiedlichen Teilen der Wertkette fungieren. Aktuell fehlt es jedoch noch an praktikablen Geschäftsmodellen, die eine Kreislaufwirtschaft unterstützen. Ein zentraler Punkt ist jedoch die Vernetzung aller Stakeholder und die Gewinnung neuer Partnerschaften. Der Gedanke einer voll integrierten Kreislaufwirtschaft klingt vielversprechend. Es scheint jedoch eher unrealistisch, dass es überhaupt keine Primärproduktion – also das Herstellen von Produkten aus nicht recycelten Bestandteilen – mehr geben wird. Dennoch könnte der Lebenszyklus von Produkten verlängert und die Primärproduktion verringert werden, was einen positiven Effekt auf die Umwelt hätte.

Mehr Treibhausgase und Elektroschrott

Auch Digitaltechnologien erzeugen einen ökologischen Fußabdruck. Dieser sollte möglichst gering sein. Zwar nutzen sich Algorithmen und Daten nicht ab, die Hardware auf denen sie gespeichert sind jedoch sehr wohl. In „smarten“ Geräten sind Metalle verbaut, die sich heutzutage noch nicht recyclen und somit nicht wiederverwenden lassen. Zusätzlich steigt der Konsum stetig an, was auch einen Anstieg an (Elektro-) Schrott verursacht. Ein Beispiel sind Handyverträge, die oft zusammen mit dem neuesten Mobiltelefon abgeschlossen werden, welches dann jährlich kostenfrei ausgetauscht und durch ein neueres Model ersetzt wird. Informations- und Kommunikationstechniken stellen heutzutage 4% der Treibhausgasemissionen dar – die Luftfahrt 3%. Es wird von einem weiteren Anstieg des Energiebedarfs und somit auch der Treibhausgasemissionen ausgegangen – produziert durch Datenzentren und dem Datenverkehr. Hinzu kommt, dass viele Geräte auch im Standby-Modus Strom verbrauchen und die Erstellung von Kryptowährungen ca. so viel Energie wie ganz Dänemark benötigt. Auch der Elektroauto-Boom befeuert den Strombedarf. Es gilt darauf zu achten, den gestiegenen (und weiterhin stark steigenden) Strombedarf und den Nachhaltigkeitsgedanken in Einklang zu bringen. Wo der Strom herkommt, ist eine zentrale Frage. Es sollte sich zudem auf den Einsatz von Digitalisierungstechnologien mit dem Fokus auf Dematerialisierung und Dekarbonisierung (bspw. Car-Sharing statt Autokauf und Homeoffice statt Pendeln) konzentriert werden.

Fazit

Die 15 Nebenwirkungen der Digitalisierung zeigen auf, welche Problemfelder es gibt und auf welche Aspekte Unternehmen bei der Digitalisierung ein Auge haben sollten. Zwar liegt die Verantwortung nicht allein bei den Unternehmen, aber sie können einen Beitrag dazu leisten, diese Nebenwirkungen zu minimieren und neben der Wirtschaft auch die Gesellschaft zu Gewinnern der Digitalisierung zu machen. Dieser Artikel soll kleine und mittlere Unternehmen dazu anregen, in das eigene Unternehmen zu schauen und zu überlegen, wie im Unternehmen selbst mit diesen Nebenwirkungen umgegangen wird. Auf dem Weg zu einer CDR-Strategie ist es für Unternehmen wichtig, sich mit den Nebenwirkungen der Digitalisierung auseinanderzusetzen, um dann Handlungsfelder und Handlungsmaßnahmen ableiten zu können.

Den ersten Schritt einer CDR-Strategie können Sie hier noch mal nachlesen.

Die 15 unerwünschten Nebenwirkungen der Digitalisierung wurden Saskia Dörrs Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility entnommen.

SCHLAGWORTE