Für den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kommunikation gibt es derzeit weder verbindliche Vorgaben noch einheitliche Standards. Unserem Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur ist es deshalb wichtig, mit einer eigenen KI-Richtlinie Orientierung zu geben und eine Vorbildfunktion gegenüber anderen Unternehmen einzunehmen.
Hinweis: Unser Zentrum Zukunftskultur ist als Förderungsprojekt keine konsistente Organisation, sondern ein Konsortium, bestehend aus vier Projektteams, welche wiederum unter eigenen KI-Richtlinien ihrer jeweiligen Trägerinstitutionen arbeiten. Diese KI-Richtlinie beschreibt daher das Übereinkommen aller Projektpartner und legt generelle Handlungsprinzipien sowie Standards für den Einsatz generativer KI in der externen und internen Kommunikation des Konsortiums fest.
Die Richtlinie dient uns intern als Orientierung und schafft extern Transparenz. Da sich der technologische und gesellschaftliche Kontext laufend verändert, verstehen wir dieses Dokument als lebendige Arbeitsgrundlage. Sie wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert.
1. Ziel und Anwendungsbereich der KI-Richtlinie
Ziel dieser Richtlinie ist es, den reflektierten, verantwortungsvollen und transparenten Einsatz generativer KI in der Kommunikation des Mittelstand-Digital Zentrums Zukunftskultur zu fördern.
Unter generativer KI verstehen wir insbesondere Systeme zur Text- und Bildgenerierung. Sie kommen bei uns unterstützend zum Einsatz – etwa zur Ideensammlung, Strukturierung, Formulierung oder Visualisierung. Dazu zählen auch Tools zur Nutzeranalyse, Content-Optimierung oder Präsentationsgestaltung.
Wir verstehen KI grundsätzlich als Werkzeug, das die kreative und fachliche Arbeit ergänzt, aber nicht ersetzt. Die Verantwortung für alle veröffentlichten Inhalte liegt weiterhin bei den Mitarbeitenden des Teams.
2. Verantwortlichkeiten
Alle Mitarbeitenden handeln eigenverantwortlich im Umgang mit generativer KI und orientieren sich an der KI-Richtlinie. Die jeweiligen Teilprojektleitungen unterstützen bei Unsicherheiten, und fördern die Sensibilisierung für ethische und rechtliche Fragestellungen. Entscheidungen zum finalen Einsatz von KI-generierten Inhalten erfolgen stets im Rahmen bestehender Abstimmungsprozesse – wie bei anderen Kommunikationsprodukten auch.
3. Ethische Leitplanken unserer KI-Richtlinie
- Wahrheit und Fairness: Wir prüfen alle Inhalte, die mithilfe von KI erstellt wurden, auf Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und Fairness. Verzerrungen (Bias), diskriminierende Aussagen oder irreführende Informationen werden durch menschliche Prüfung ausgeschlossen.
- Fachliche Prüfung: Alle Texte, die mit KI erstellt oder überarbeitet wurden, werden redaktionell geprüft und kontextualisiert.
- Einsatzgrenzen: Generative KI wird nur dort eingesetzt, wo ihr Nutzen fachlich sinnvoll und ethisch vertretbar ist.
4. Nachhaltigkeit
Generative KI benötigt – insbesondere beim Training und bei der Nutzung großer Modelle – erhebliche Rechenleistung. Damit ist ein hoher Energieverbrauch verbunden. Wir verzichten daher bewusst auf hochauflösende Bildgenerierung, sofern sie nicht zwingend für das Projektziel erforderlich ist.
5. Rechtliche Rahmenbedingungen
Wir achten auf den Schutz personenbezogener Daten und geben keine sensiblen Informationen in KI-Systeme ein. Wir orientieren uns dabei an der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der EU-KI-Verordnung (KI-VO), insbesondere in Bezug auf Transparenz und Risikobewertung. Bei der Auswahl von KI-Tools bevorzugen wir europäische Anbieter. Als Orientierung nutzen wir u. a. den AI Atlas. Unsere Mitarbeitenden halten sich über rechtliche Entwicklungen auf dem Laufenden und bilden sich regelmäßig fort.
Zudem ist unsere KI-Richtlinie in unsere Wissensstrategie eingebettet und wird in internen Weiterbildungsformaten regelmäßig thematisiert.
6. Transparenz und Kennzeichnung
Inhalte, die mithilfe generativer KI entstanden sind, werden in jedem Einzelfall durch Fachpersonen geprüft. Eine explizite Kennzeichnung erfolgt derzeit nicht, da sie den redaktionellen Gesamtprozess nur bedingt abbildet. Wir beobachten die Debatte zur Kennzeichnungspflicht und passen unsere Praxis bei Bedarf an.
Eine Ausnahme bilden KI-generierte Bilder: Diese kennzeichnen wir deutlich, sofern sie auf unserer Website oder in unseren Publikationen verwendet werden.
7. Qualitätssicherung und Tool-Auswahl
Als Zentrum für Wissenstransfer testen wir KI-Tools regelmäßig und kritisch. Wir geben jedoch nur Empfehlungen weiter, wenn sich ein Tool in unserer eigenen Arbeit bewährt hat – zum Beispiel durch zuverlässige Ergebnisse, transparente Funktionsweise, nachvollziehbare Quellen und benutzerfreundliche Anwendung.
Unsere Bewertung erfolgt entlang folgender Kriterien:
- Funktionalität und Qualität der Ergebnisse
- Transparenz des Anbieters (z. B. Herkunft von Trainingsdaten)
- Datenschutzfreundlichkeit
- Ressourceneffizienz
- Eignung für KMU-Kontexte
8. Kompetenzaufbau im Team
Wir setzen auf kontinuierliches Lernen: Unsere Mitarbeitenden reflektieren fortlaufend den Einsatz von KI, tauschen sich untereinander aus und nutzen interne Formate wie Schulungen, Workshops oder Wissenssprints. Auch beim Onboarding werden neue Kolleg*innen über die bestehende KI-Richtlinie informiert.
Dabei greifen wir auf externe Expertise zurück und analysieren aktuelle Entwicklungen. So stärken wir nicht nur unsere eigene Kompetenz, sondern auch unsere Fähigkeit, komplexe KI-Themen praxisnah und verständlich an Unternehmen weiterzugeben.
9. Datenqualität und sorgfältiger KI-Einsatz
Die Qualität der Ergebnisse hängt entscheidend von der Qualität der Eingaben ab. Deshalb legen wir Wert auf:
- klare Aufgabenstellungen („Prompts“),
- fundierte Quellenarbeit,
- die Einordnung von Ergebnissen im fachlichen Kontext.
KI unterstützt unsere Arbeit – sie ersetzt keine sorgfältige Recherche oder kreative Leistung.
10. Überprüfung und Weiterentwicklung der KI-Richtlinie
Diese KI-Richtlinie wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt – auf Basis technischer Neuerungen, rechtlicher Anforderungen und praktischer Erfahrungen. Änderungen werden im Team abgestimmt und dokumentiert.
Lesetipp
