Durch starke Netzwerke zu mehr Innovationskraft

Workshop DiagnostikNetBB

Bildquelle: Juliane Damian

Workshop DiagnostikNetBB


15. Juli 2025 | Von Juliane Damian

Die Bedeutung von Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen ist allgegenwertig. Auch die Notwendigkeit einer durchdachten Digitalisierungsstrategie für nachhaltigen Markterfolg ist Unternehmer*innen und Unternehmern bewusst. Doch das Wissen darüber und die tatsächliche operative Innovationsdynamik stimmen oftmals nicht überein. Wie die Implementierung von Technologieinnovationen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz, mithilfe von kooperativer Haltung, Netzwerkeffekten und strukturiertem Erfahrungsdialog gelingen kann, verdeutlicht das führende medizinische Branchennetzwerk Diagnostik Berlin-Brandenburg e.V. (DiagnostikNet | BB).

Übersicht

AUSGANGSLAGE

Das Branchennetzwerk der In-vitro-Diagnostik aus Berlin-Brandenburg vereint über 100 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kliniken aus dem Bereich Medizintechnik und Diagnostik. Ziel des Netzwerks ist es, Kooperationen zu fördern, Innovationen anzustoßen und den Technologietransfer zu beschleunigen – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.

Die Diagnostikbranche gilt traditionell als innovativ und technologieoffen. Doch auch hier findet sich zum Teil Zurückhaltung, beispielsweise hinsichtlich der KI-Einführung. Wiederkehrende Stichworte rund um die KI-Skepsis sind technologische Komplexität, regulatorische Hürden, ungünstige wirtschaftliche Bedingungen oder unvorhersehbare Auswirkungen.

Diese kritischen Haltungen erlebt auch Frau Dr. Frauke Adams, Geschäftsstellenleiterin und Netzwerkmanagerin von DiagnostikNet | BB bei ihren Mitgliedsunternehmen. Daher beschloss sie, gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur eine moderierten Veranstaltungs-, Workshop- und Dokumentationsreihe zu starten. Ziel war es, die KI-Readiness der Mitgliedsunternehmen zu verbessern.

Herausforderung

Die Mitgliedsunternehmen von DiagnostikNet-BB stehen vor der Herausforderung, den Anschluss an technologische Entwicklungen nicht zu verlieren. Viele Unternehmen spüren den Druck, Prozesse effizienter zu gestalten, sind aber unsicher im Umgang mit Künstlicher Intelligenz, Datenschutz oder neuen Marktmodellen. Es herrscht ein Innovationsparadoxon: der Wille zur Veränderung ist da, aber die Umsetzung bleibt schwer greifbar.

IDEEN UND BEDENKEN

„Die größte Herausforderung für Unternehmen bei der KI-Nutzung ist der hohe Aufwand zur Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen, der dringend benötigte Ressourcen bindet – etwa für die Entwicklung KI-basierter Diagnostika. Zugleich erschwert die Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten in der Diagnostikbranche die Lage zusätzlich, da sie einen klaren Rechtsrahmen erfordert und ein bevorzugtes Ziel für Cyberangriffe darstellt“, beschreibt Frauke Adams die aktuellen und vielschichtigen Herausforderungen ihrer Mitgliedunternehmen.

Daher ist es von besonderer Bedeutung die Themen einzelnen und konkret zu betrachten um erste Lösungsstrategien zu entwickeln.

Hilfe durch das Mittelstand-Digital Zentrum

Das Zentrum Zukunftskultur begleitete das Netzwerk über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Das Projekt integrierte von Anfang an mehrere Unternehmen der Diagnostikbranche und setzte den Fokus konsequent auf Vernetzung und überbetriebliches Peer to-Peer Learning. In den einzelnen Veranstaltungen wurde analysiert, welchen Kompetenzstatus die Unternehmen in Bezug auf technologische Innovationen haben, worin sie sich unterscheiden und welche Innovationsimpulse sie sich gegenseitig geben können. Für das notwendige Hintergrundwissen und ein gezieltes Sparring wurden zu jedem der drei Themen Fachexperten*innen eingeladen. Diese Herangehensweise unterstreicht den ganzheitlichen Ansatz und ist sowohl branchenübergreifend als auch auf einzelne Unternehmen anwendbar.

Lösung

Als wesentliche fachliche Schwerpunkte wurden gemeinsam mit Dr. Adams drei relevante Themen für das Netzwerk Themen analysiert und Zielstellungen formuliert: „Digitale Marktplätze“, „KI-Einsatz“ und „Cybersicherheit“.

Digitale Marktplätze

Im ersten Workshopwurde das Thema digitale Marktplätze beleuchtet. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in technische und rechtliche Anforderungen. Sie lernten erfolgreiche Praxisbeispiele kennen und nahmen wertvolle Tipps mit. Untern anderem, dass die Etablierung eines digitalen Marktplatzes nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Das ist kein Projekt für nebenbei, sondern ein technisch und inhaltlich anspruchsvolles Vorhaben, das finanzielle Ressourcen und qualifizierte Mitarbeiter*innen benötigt.

„Wenn Sie den 1. Schritt machen, müssen Sie auch die nächsten 100.000 machen, sonst macht das alles keinen Sinn“, spricht ein Teilnehmer aus Erfahrung.

Aus dem Workshop heraus entstand die Idee, einen gemeinsamen Marktplatz zu entwickeln und die Produkte der einzelnen Unternehmen gebündelt darzustellen. Ein Prototyp wurde bereits auf einer renommierten Medizinmesse vorgestellt.

Detaillierte Ergebnisse zu diesem Workshop finden Sie hier: Nutzen digitaler Marktplätze

Künstliche Intelligenz

Der zweite Workshop nahm das Thema Künstliche Intelligenz in den Fokus. Die Teilnehmenden diskutierten, welche Prozesse sich durch KI verbessern lassen, welche Tools es gibt und wie das Thema Datenschutz und DSGVO in die Prozesse integriert werden muss. Gemeinsam mit den Themenexperten*innen wurden erste Ideen identifiziert und konkrete Potenziale für kollaborative KI-Nutzung entwickelt – ohne sensible Daten zu gefährden.

Detaillierte Ergebnisse zu diesem Workshop finden Sie hier: Prozessdigitalisierung mit KI – Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur

Cybersicherheit

Im dritten Workshop stand das Thema Cybersicherheit im Mittelpunkt. Ziel war es, den Teilnehmenden das Bewusstsein für die dringende Notwendigkeit von IT-Sicherheit in ihrer Branche zu vermitteln und ihnen konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben – von der Sensibilisierung für IT-Risiken bis hin zur Entwicklung gemeinsamer Schutzstrategien.

„Cybersicherheit ist ein Prozess, keine Einzelaktion. Es ist ein permanentes Katz- und Mausspiel.“ bestätigt ein Teilnehmer die Notwendigkeit sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Nach einer Analyse der aktuellen Bedrohungslage wurden die häufigsten Arten von Cyberangriffen erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Cyber-Versicherungen: Die Teilnehmenden wurden darüber informiert, wie sie sich gegen finanzielle Verluste und Haftungsansprüche im Falle eines Angriffs absichern können.

Dabei entstand die Idee, dass sich mehrere Mitgliedsunternehmen aus dem Netzwerk zu Sicherheitspartnerschaften zusammenschließen, um voneinander zu lernen und gemeinsam Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Auch in diesem Kontext hat sich der Vernetzungsansatz sowie eine kooperative Haltung als wertvoller strategischer Erfolgsfaktor erwiesen.

Detaillierte Ergebnisse zu diesem Workshop finden Sie hier: Cybersicherheit – Vorbereitet sein für den Ernstfall – Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur

Ergebnis

Ein technologieoffenes Mindset sowie die erfolgreiche Integration innovativer Technologien wie Künstlicher Intelligenz in Unternehmen werden durch kollaborative Netzwerkeffekte gefördert. Das Digitalisierungsprojekt des Netzwerks DiagnostikNet | BB in Zusammenarbeit mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur zeigt deutlich, dass der Austausch von Erfahrungen und die Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks innovatives Denken begünstigen. Dies unterstützt Unternehmen dabei, Vertrauen in neue Technologien aufzubauen.

Die gemeinsame Reise endet hier jedoch nicht. Vielmehr werden der eingeschlagene Weg und die erste Offenheit für Innovation in einem weiteren Projekt fortgeführt. Der bewährte Peer-to-Peer-Learning-Ansatz bleibt dabei erhalten. Ausgewählte Unternehmen beschäftigen sich in mehreren Workshops damit, wie eine konkrete Weiterentwicklung einzelner Produkte durch den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Tools gelingen kann.

Projektstatus: abgeschlossen

100 %

Kontaktmöglichkeit

Juliane Damian

juliane.damian@businessschool-berlin.de

+49 331 / 730404 – 308

SCHLAGWORTE